Fester Halt für festen Biss

Für einen dauerhaften Halt im Kieferknochen brauchen Zahnimplantate eine feste Struktur. Forscher des Universitätsklinikums Tübingen arbeiten dafür an neuen Methoden.

Für einen dauerhaften Halt im Kieferknochen brauchen Zahnimplantate eine feste Struktur. Forscher des Universitätsklinikums Tübingen arbeiten dafür an neuen Methoden.

Zahnimplantate sind bei Zahnverlust eine sehr empfehlenswerte Form des Zahnersatzes. Denn sie stellen die natürlichen Gebissverhältnisse wieder optimal her und überzeugen hinsichtlich ihrer Ästhetik. Zahnimplantate sind von natürlichen Zähnen nicht zu unterscheiden. Die eingesetzte künstliche Zahnwurzel, das eigentliche Implantat, erfordert jedoch eine feste Struktur der Kieferknochen. Ist keine ausreichende Knochenstruktur vorhanden, muss beispielsweise mit Methoden des Knochenaufbaus diese wiederhergestellt werden. Die Methoden dafür sind sehr aufwändig. Forscher arbeiten nun deshalb daran, die Knochen unter Zuhilfenahme von Stammzellen wieder aufzufüllen. Dabei werden Stammzellen aus der Kieferknochenhaut genommen und im Kieferbereich eingesetzt. Das knochenbildende Potenzial der Stammzellen aus der Kieferknochenhaut lässt im Alter nicht nach. Außerdem ist die Entnahme minimalinvasiv möglich, d.h. mit nur geringsten Verletzungen der Haut und Weichteile. Die Tübinger Forscher wollen langfristig ein mit Stammzellen benetztes Knochenersatzmaterial entwickeln. Dieses soll sich im Laufe der Zeit im Mund zurückbilden und durch das neu gewachsene, körpereigene Knochenmaterial komplett ersetzt werden. Noch ist diese Entwicklung nicht „marktreif“, aber schon in den nächsten Jahren könnte es so möglich sein, bei Patienten mit Implantaten die Knochenstruktur zu verbessern.

Das Einsetzen des Zahnimplantates ist das eine, die Pflege das andere. Doch obwohl es sich um eine künstliche Zahnwurzel handelt, werden Patienten bei schlechter Zahnpflege nur kurzfristig Freude daran haben. „Zahnimplantate können im besten Fall ein Leben lang halten“, sagt Dr. Albert Pietsch, Zahnarzt in Mühlheim/Main. „Dies setzt jedoch eine entsprechende Pflege voraus.“ Gerade die Zwischenräume zwischen Zahnfleisch und Implantat sind „sensibles“ Terrain. Hier sollten Patienten zu Hilfsmitteln wie Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten greifen. Ebenso erhöhen regelmäßige professionelle Zahnreinigungen die Lebensdauer von Implantaten. Denn selbst bei noch so sorgfältiger, häuslicher Mundhygiene, der Wirkungsgrad einer professionellen Zahnreinigung kann zu Hause nicht erreicht werden.