Naschen erlaubt – gewusst wie!

Naschen erlaubt – gewusst wie!

Süßigkeiten sind das ganze Jahr über beliebt bei Groß und Klein. In der Vergangenheit haben Zahnärzte empfohlen, auf Süßigkeiten generell zu verzichten, denn Bakterien, die Karies und Entzündungen des Zahnfleisches verursachen können, ernähren sich von Zucker. „Der komplette Verzicht ist zwar aus zahnmedizinischer Sicht wünschenswert, aber weder alltagstauglich noch notwendig“, weiß Zahnarzt Dr. Albert Pietsch aus Mühlheim bei Offenbach. Nicht nur bei Kindern ist der Verzicht auf Süßigkeiten schwer umzusetzen.

Doch wer nicht die ausreichende Disziplin mitbringt, um Süßigkeiten zu vermeiden, kann sich an ein paar bewährte Regeln halten. So ist es besser, Süßigkeiten, Kuchen oder Desserts zu den Hauptmahlzeiten als Nachtisch zu essen, als sie in kleinen Portionen über den ganzen Tag zu verteilen. „Je schneller Sie nach dem Verzehr der süßen Sünden die Zähne putzen, desto weniger schädliche Wirkungen entfaltet der Zucker“, so Dr. Pietsch. Nach dem Essen regelmäßig die Zähne zu putzen geschieht eher automatisch und ist viel wahrscheinlicher als „x-mal am Tag nach dem Naschen“. Bei klebrigen Produkten wie Lutscher, Karamellbonbons oder Honig sollte grundsätzlich Zurückhaltung geübt werden. Sie haften lange an den Zähnen. 
  
Zum Ausgleich empfiehlt der Zahnarzt Milch und Milchprodukte, beispielsweise Joghurt, Quark, Käse oder Sauermilch. Sie sind gut für die Zähne. „Insbesondere schützt das Essen von Käse, denn es baut den Zahnschmelz sofort wieder auf“, so Dr. Pietsch. Weiterhin regen Lebensmittel, die stärker gekaut werden müssen, den Speichelfluss an. Der Speichel neutralisiert die Säure im Mund und spült die Zähne. Auch tragen fluoridierte Lebensmittel wie Trinkwasser, Milch und Speisesalz sowie fluoridhaltige Nahrungsmittel wie schwarzer Tee, Schalentiere und Fisch aktiv zur Kariesvorbeugung bei. Pietsch kennt auch einen hilfreichen Trick, um den Heißhunger auf Süßigkeiten zu reduzieren: „Ab und zu vollwertige süße Hauptgerichte essen.“

Nicht allein süßes, auch saures Essen entkalkt den schützenden Zahnschmelz und öffnet Einfallstore für Karies. Zitronensaft, Apfelsaft, Orangensaft, Cola, Limonaden und Wein sind besonders säurehaltig. „Natürlich sollte keiner auf gesunde Säfte und vitaminreiches Obst verzichten. Trinken Sie Saures nicht in kleinen Schlucken über den Tag verteilt, sondern lieber ein Glas zum Essen oder als Zwischenmahlzeit.“ Anders als für Süßigkeiten gilt bei Saurem ein „Abstandsgebot“ zum Zähneputzen. „Spülen Sie Ihren Mund mit klarem Wasser aus und warten Sie mit dem Zähneputzen rund 30 Minuten, bis die Säure durch den Speichel verdünnt ist, sonst schädigt die Zahnbürste die Zähne, denn der Zahnschmelz ist von der Säure aufgeweicht“, warnt Dr. Pietsch. Wenn es morgens mal schnell gehen muss und regelmäßig Fruchtsaft getrunken wird, sollten die Zähne vor dem Frühstück geputzt werden.